Inflation und Deflation

Inflation

Wann spricht man von einer Inflation?

Preise von Dienstleistungen und Produkten variieren. Von einer Inflation spricht man, sobald die Preise kontinuierlich anteigen. Für einen Euro können Sie weniger kaufen, da er weniger Wert ist. Dementsprechend ist eine Inflation eine Geldentwertung. Eine Inflation kann man auch in folgenden Worten beschreiben: Die Inflation ist eine anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen. Die Kaufkraft des Geldes vermindert sich.

Der Begriff „Inflation“ stammt aus dem Lateinischen und leitet sich weiter von den Begriffen „inflatio“, „inflare“ und „flare“ ab. Diese lassen sich mit „etwas aufblasen“ bzw. „aufschwellen“ übersetzen.

Die Inflation wird mit Hilfe von bestimmten Warenkörbe (oder durch den BIP-Deflator) berechnet.

Wie wird die Inflation bzw. Deflation gemessen?

Anhand der jährlichen Preisänderungen von Gütern und Dienstleistungen bestimmter Warenkörbe wird die Inflation bzw. Deflation gemessen. Die Zusammensetzung des deutschen Warenkorbs sieht wie folgt aus (Basis 2015 – Der prozentuale Anteil der Einzelpositionen wird jährlich angepasst):

  • Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke [9,6 %]
  • Tabakwaren, alkoholische Getränke [3,7 %]
  • Bekleidung, Schuhe [4,5 %]
  • Wohnung, Wasser, Gas, Brennstoffe [32,4 %]
  • Einrichtungsgegenstände [5,0 %]
  • Gesundheit, Pflege [4,6 %]
  • Verkehr [12,9 %]
  • Nachrichtenübermittlung [2,6 %]
  • Freizeit, Kultur, Unterhaltung [11,3 %]
  • Bildungswesen [0,9 %]
  • Hotel, Restaurants [4,6 %]
  • Andere Waren und Dienstleistungen [7,4 %]

Wie entstehen Preissteigerungen?

Preissteigerungen können unterschiedliche Ursachen haben:

  • Die Nachfrage ist höher als das Angebot
  • Die Rohstoffpreise werden teurer
  • Die Löhne der Mitarbeiter erhöhen sich
  • Die Zentralbanken erhöhen die Geldmenge
  • Die Geldumlaufgeschwindigkeit wird gesteigert

Welche Auswirkung hat die Inflation?

Entwickelt sich die Inflation analog zu Löhnen, bleiben Reallöhne, -preise und die Konsumkaufkraft identisch. Sobald die Inflation höher als die Lohnsteigerung ausfällt, kommt es zu sinkenden Reallöhnen. Die Menschen können sich für ihr Geld weniger kaufen. Dadurch sinkt der Wert des Geldes.

Sparanlagen und Schulden werden durch die Inflation ebenso beeinflusst. Eine hohe Inflation bewirkt, dass die Menschen vermehrt in Sachwerte investieren, da ihr Geld zukünftig weniger Wert sein wird.

Formen der Inflation

Je nach Geschwindigkeit bzw. nach Höhe der Inflation wird von folgenden Inflationsarten gesprochen:

  • Die normale bzw. Zielinflation liegt bei 1 – 2 %
  • Schleichende Inflation (geringe Preissteigerung – weniger 5 %)
  • Trabende Inflation (moderate Preissteigerung – Die Inflationsrate liegt zwischen 5 % und 10 %)
  • Galoppierende Inflation (hohe Preissteigerung – Die Preislage erhöht sich deutlich und stellt eine Gefahr für die Wirtschaft dar, denn die Menschen ist bewusst, dass sie immer weniger für Ihr Geld kaufen können. Dieses hat zur Folge, dass in Sachwerte oder Ersatzwährungen investiert wird. Die Inflationsrate kann bis zu 50 % liegen)
  • Hyperinflation (extreme Preissteigerung – Die Inflationsrate liegt über 50 %)

Deflation

Deflation – Das Gegenteil der Inflation

Sobald die Preise für Waren und Dienstleistungen langfristig sinken, spricht man von einer Deflation. Sofern der Lohn der Menschen identisch bleibt, steigt die reale Kaufkauft. Der Wert des Geldes wird aufgewertet.

Wie entsteht eine Defaltion?

  • Das Angebot ist höher als die Nachfrage
  • Die Beschäftigung sinkt bzw. die Arbeitslosenquote steigt.
  • Die Geldmenge wird reduziert
  • Die Geldumlaufgeschwindigkeit wird reduziert

Welchen Einfluss hat die Deflation?

Verbraucher investieren weniger bzw. konsumieren weniger, da ihr Geld zukünftig mehr Wert sein wird. Durch den abfallenden Konsum leidet die Wirtschaft. Unternehmen reagieren auf die Deflation, indem sie die Produktion drosseln. Sie finden keine Produktabnehmer mehr und erwirtschaften weniger Gewinn. Die Konsequenzen daraus sind sinkende Löhne der Mitarbeiter, was wiederum zu steigenden Arbeitslosigkeit führt und eine sinkende Nachfrage von Konsumgüter. Dieses ist die Deflationsspirale, welche Staat und Unternehmen zwingend versuchen zu verhindern.