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  • Der Wechselkurs ist als Austauschverhältnis zwischen nationalen Währungen bzw. der Preis für die Einheit einer Währung zu verstehen.
  • Grundsätzlich wird der Wechselkurs durch Devisenangebot und Devisennachfrage der Marktteilnehmer bestimmt. Als Marktteilnehmer treten dabei sowohl Großanleger (Zentralbanken, internationale Großbanken und Unternehmen) als auch Kleinanleger auf.
  • Die Devisenangebot und -nachfrage wiederum werden durch Bestimmungsfaktoren beeinflusst, die so vielfältig und komplex sind, sodass nicht alle Zusammenhänge bzw. Verflechtungen vollständig dargestellt werden können.
  • Es existieren zwei grundlegende Theorien für die erste allgemeine Erläuterung von Kursbewegungen auf den Devisenmärkte: Die Kaufkraftparitätentheorie KKP und die Zinsparitätentheorie ZP. Daneben existieren eine Vielfalt ökonomischer Modelle.
  • Beide Paritäten, sowie Güter- und Finanzmärkte, sind abhängig voneinander, da die ZP die KKP beinhaltet.
Bestimmungsfaktoren von Wechselkursen, Wechselkursregime, Zahlungsbilanz, Bilanzsumme, Ausländische Quellensteuer

Kaufkraftparitätentheorie KKP

  • In der Theorie sollte das gleiche Produkt auf der ganzen Welt den gleichen Preis haben.
  • Die Kaufkraftparitätentheorie setzt für gleiche Güter in diversen Ländern den selben Preis voraus. Die Höhe des Wechselkurses wird durch das Verhältnis vom Preisniveau der diversen Länder ermittelt. Die Kaufkraftidentität des Geldes wird anhand der Niveauunterschiede sichtbar.
  • Von einer relativen Form der Kaufkraftparitätentheorie wird gesprochen, sobald Markt-Inhomogenitäten mitberücksichtigt werden.

 

Einkommenstheorie

  • Bei der Einkommenstheorie wird davon ausgegangen, dass der Wechselkurs aufgrund von Unterschieden des Realeinkommens in verschiedenen Ländern bestimmt wird.

 

Zinsparitätentheorie ZP

  • Die Zinsparitätentheorie besagt, dass der Wechselkurs die Zinsdifferenz zwischen Ländern ausgleicht. Sobald die Rendite im Ausland höher ist fließt das Kapital dorthin und die höhere Nachfrage nach der ausländischen Währung treibt den Wechselkurs an.
  • Es wir davon ausgegangen, dass in- und ausländische Wertpapiere vollständige Substitute im Hinblick auf Laufzeit und Risikostruktur darstellen. Substitutionsgüter bezeichnet man in der Mikroökonomie Güter, die dieselben oder ähnliche Bedürfnisse decken, denselben oder ähnlichen Verwendungszweck aufweisen und daher vom Konsumenten als gleichwertiges Ersatzgut angesehen werden.
  • Da Kapitalströme schneller fließen als Güterströme, können Zinsdifferenzen Verschiebungen von Kapital in andere Devisen und folglich Wechselkursänderungen verursachen.
  • Die Zinsparitätentheorie unterstellt einen vollkommenen internationalen Kapitalmarkt mit vollkommener Substituierbarkeit zwischen in- und ausländischen Finanzaktiva. Man geht davon aus, dass die Ertragsraten für Wertpapiere im In- und Ausland gleich sind.
  • Die Zinsparitätsbedingung lässt sich aus dem gewinnmaximierenden Verhalten der Investoren herleiten: Diese strukturieren ihre Portfolios so lange um, bis die erwarteten Renditen bei Investoren im In- und Ausland gleich sind.

 

 

Auslöser von Wechselkursänderungen

  • Ausgelöste Wechselkursänderung durch private Marktaktteilnehmer sind oft auf Änderungen der Wechselkurserwartungen zurückzuführen. Anleger kaufen eine Währung, um von den Wertsteigerungen zu profitieren.
  • Eine erhöhte Nachfrage nach Staatsanleihen entsteht durch eine Erhöhung des Leitzinses der Zentralbank.
  • Ein verstärktes Investitionsinteresse ausländischer Investoren bewirkt eine höhere Nachfrage nach der inländischen Währung, sodass es zu einer Aufwertung des Wechselkurses kommt.
  • Wechselkursänderungen können auch durch Devisenmarktinterventionen der Zentralbank ausgelöst werden. Zentralbanken kaufen oder verkaufen inländische gegen ausländische Währungseinheiten.

 

 

Folgen der Wechselkurs-Änderungen

  • Wechselkursänderungen haben Auswirkungen auf die Inflations­entwicklung
    • Importierte Inflation: Eine Abwertung der inländischen Währung bewirkt einen Anstieg der Importpreise.
    • Dieses hat zur Folge, dass die Inländer weniger Güter kaufen können, da sie mehr Geld für importierte Güter und Dienstleistungen ausgeben müssen.
  • Eine Wechselkurs-Aufwertung bewirkt einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Unternehmen, da die exportierten Güter im Ausland teurer werden und die Exporte zurückgehen. Eine Abwertung stimulierend die Exportwirtschaft.
  • Wertet die Währung ab, so dass sich die Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes verbessert, dann bedeutet dies für andere Länder, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit nachlässt.
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