Der Aktiencheck von Lufthansa – 27.06.2019

Lufthansa_Aktienanalyse_MEIN AKTIENMARKT

Unternehmensbilanz

Lufthansa Aktienanalyse

Bilanzgraphen

Lufthansa Aktienanalyse

Finanzkennzahlen

Lufthansa Aktienanalyse

Der Konzern

Die Lufthansa Group ist ein weltweit operierender Luftverkehrskonzern. Sie setzt sich aus den Geschäftsfeldern Network Airlines, Eurowings sowie den Aviation Services zusammen. [1]

 

Geschäftsfelder

NETWORK AIRLINES

Zum Geschäftsfeld Network Airlines gehören die Fluggesellschaften Lufthansa German Airlines, SWISS und Austrian Airlines. Die Network Airlines bieten ihren Passagieren ein Premium-Angebot und durch die Multi-Hub-Strategie ein umfassendes Streckenangebot bei gleichzeitig höchster Reiseflexibilität. [1]

 

EUROWINGS

Das Geschäftsfeld Eurowings setzt sich aus den Flugbetrieben Eurowings, Germanwings, Eurowings Europe und Brussels Airlines zusammen. Darüber hinaus zählt die Beteiligung an SunExpress zu diesem Geschäftsfeld. [1]

 

LOGISTIK

Lufthansa Cargo ist der Spezialist für das Logistikgeschäft der Lufthansa Group. Die Frachterflotte bestand zum Geschäftsjahresende aus fünf Flugzeugen vom Typ Boeing 777F und zwölf Boeing MD– 11F. Neben eigenen und gecharterten Frachterkapazitäten werden auch die Frachträume der Passagierflugzeuge von Lufthansa German Airlines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, SunExpress sowie der Eurowings-Langstreckenflüge vermarktet. [1]

 

TECHNIK

Lufthansa Technik ist der global führende herstellerunabhängige Anbieter von Wartungs-Reparatur- und Überholungsleistungen (Maintenance, Repair & Overhaul – MRO) für zivile, kommerziell betriebene Flugzeuge. Die Lufthansa Technik AG betreut weltweit mehr als 850 Kunden, darunter neben Airlines auch Hersteller, Flugzeug-Leasinggesellschaften und VIP-Jet-Betreiber. [1]

 

CATERING

Die LSG Group bietet ein vollständiges Portfolio von Produkten und Dienstleistungen rund um den Bordservice an. Sie verfügt über starke unabhängige Expertenmarken. LSG Sky Chefs bietet Catering für Fluggesellschaften und Zugbetreiber sowie die Bewirtschaftung von Lounges an. Sie ist an 205 Flughäfen weltweit für mehr als 300 Fluggesellschaften und eine wachsende Zahl europäischer Bahnbetreiber präsent. [1]

 

Strategie und Ziele

Unternehmensgruppe baut auf Network Airlines, Eurowings und Aviation Services auf – Airlines bilden den Kern der Lufthansa Group. | Fokus liegt auf Ausbau von Premium­Positionierung, Kostensenkungen und Profitabilitätssteigerung. | Konsolidierung, Flexibilisierung und Digitalisierung bieten große Chancen. | Strategie zielt auf nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab. [1]

 

KONZERNSTRATEGIE

Positionierung als führende europäische Airline Group wird gezielt ausgebaut. Ziel der Lufthansa Group ist es, als führende europäische Airline Group den globalen Luftfahrtmarkt maßgeblich mitzugestalten und auch zukünftig erste Wahl für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter zu sein. Vor diesem Hintergrund ist die Strategie auf die konsequente Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe bestehend aus den Network Airlines, Eurowings und den Aviation Services ausgerichtet. [1]

Die Airlines bilden den Kern der Lufthansa Group. Das differenzierte Portfolio aus Network Airlines und der auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ausgerichteten Eurowings ermöglicht die Bedienung aller relevanten Marktsegmente, was sowohl für Premium-Kunden als auch für preissensiblere Reisende auf relevanten geografischen Märkten ein attraktives Angebot darstellt. Für die Airlines wird zukünftig ein im Vergleich zu den Aviation Services überdurchschnittliches Wachstum angestrebt. Letztere gliedern sich in die klassischen Aviation Services – im Wesentlichen die Geschäftsfelder Logistik, Technik und Catering – sowie datengetriebene Geschäftsmodelle, die neben dem profitablen Drittmarktgeschäft eine höhere Kundenorientierung und -bindung der Airlines ermöglichen. [1]

 

FINANZSTRATEGIE UND WERTORIENTIERTE STEUERUNG

Finanzstrategie zielt auf Steigerung des Unternehmenswerts ab. Die Finanzstrategie der Lufthansa Group ist auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichtet. Die drei Dimensionen Steigerung der Profitabilität, Fokussierung des Kapitaleinsatzes und Sicherung der finanziellen Stabilität stehen hierbei im Vordergrund. [1]

 

Umsatzinformationen

Umsätze nach Region

Land 2018
Europa 54 %
Nordamerika 12 %
Asien / Pazifik 9 %

 

Die Umsatzerlöse werden in vielen Ländern generiert. Die Diversifizierung nach Ländern ist somit gegeben, wobei die Umsatzgenerierung in Amerika und Asien bzw. Pazifik noch ausbaufähig ist.

 

Risikofaktoren

Übliche Risiken

  • Allgemeine Risiken, die die Ertragslage, Finanzlage und Wachstum beeinflussen
    • Verbrauchervertrauen
    • Preisdruck durch Wettbewerber
    • Unsicherheiten der Finanzwirtschaft oder Geldpolitik
    • Krises, Kriege, politische Unruhen oder Natzurkatastrophen
    • Pandemische Erkrankungen
    • Cymber- und Informationstechnologie-Risiken
    • Neue Arbeitszeitgesetze
  • Branchenspezifische Risiken
    • Marktwachstum und Wettbewerbsentwicklung
      Die Luftverkehrsindustrie befindet sich insgesamt weiterhin auf einem langfristigen Wachstumspfad, mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten vor allem bei Low-Cost-Carriern und in Wachstumsregionen wie beispielsweise Asien/Pazifik. Die Lufthansa Group ist breit aufgestellt, um geschäftsfeldübergreifend vom globalen Wachstum profitieren zu können. Dabei spielt die fortschreitende Konsolidierung der Branche eine große Rolle. Durch strategische Übernahmen und Partnerschaften kann die Lufthansa Group ihre Wettbewerbsposition in einem fragmentierten Marktumfeld stärken, das Preisumfeld stabilisieren und Wachstumschancen realisieren. Die aktuellen Flottenbestellungen und Lieferslots von Flugzeugen mit neuer Technologie erlauben den Airlines der Lufthansa Group, aktiv am globalen Wachstum teilzuhaben sowie durch Kapazitätsanpassungen flexibel auf Markt- und Wettbewerbsänderungen zu reagieren. [1]
    • Marktkonsoldierung
      Im fragmentierten europäischen Airline-Sektor ist seit einigen Jahren ein verstärkter Konsolidierungstrend zu beobachten. Beispiele hierfür im Berichtsjahr sind die Übernahme der österreichischen Laudamotion durch Ryanair oder die Insolvenzen von Small Planet Airlines (Deutschland) beziehungweise der Primera Air Scandinavia. Die Lufthansa Group sondiert dieses Umfeld grundsätzlich aus einer Position als aktiver Konsolidierer und evaluiert mögliche M&A-Transaktionen. Ziel ist es, Chancen aus der fortschreitenden Marktkonsolidierung zu nutzen, wie etwa Skaleneffekte, Effizienzgewinne oder den Zugang zu attraktiven Slots. Hierbei steht für die Lufthansa Group auch eine sorgfältige Analyse und Bewertung der Risiken aus solchen Transaktionen im Vordergrund, zum Beispiel Komplexitäts- oder Integrationsrisiken. [1]
    • Konvergenz der Geschäftsmodelle und neue Kundenanforderungen
    • Erlösrisiken
    • Risiken aus Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb
    • Entwicklung und Wettbewerbsintensität im Beschaffungsmarkt
  • Risiken aus regulatorischen Rahmenbedingungen
    • Verschärfung der Lärmgesetzgebung
  • Finanzwirtschaftliche Risiken
    • System des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements für Treibstoffpreise, Devisenkurse und Zinsen
    • Treibstoffpreisänderungen
    • Wechselkursänderungen
    • Verlust des Investment Grade Ratings
    • Kapitalanlagen und Liquiditätsrisiken
    • Kursverluste aus Kapitalanlagen beim Pensionsvermögen
    • Kontrahentenrisiken

 

 

Auswertung der aktuellen Geschäftsbilanz 2018

Zusammenfassend zeigt die Lufthansa Group mittelmäßige bzw., für MEIN AKTIENMARKT nicht zufriedenstellende, Bilanzkenzahlen. Der Umsatz konnte in den vergangenen Geschäftsjahren nur leicht gesteigert werden. Der Gewinn schwankt stark. Der Fremdkapitaleinsatz steigt i.d.R. und die Eigenkapitalquote ist verbesserungswürdig. Die Unternehmensrendite und das Working Capital Management sind ebenso verbesserungswürdig.

Gewinn- und Verlustrechnung

  • Der Umsatz ist um ca. 1 % gefallen
  • Die operativen Kosten sind konstant geblieben
  • Der EBIT ist um ca. 11 % stark gefallen
  • Der Gewinn pro Aktie ist um ca. 8 % gefallen

 

Konzernbilanz – Passiva

  • Der Fremdkapitaleinsatz ist um ca. 9% angestiegen
  • Das Eigenkapital ist um ca. 5 % gestiegen
  • Die Verbindlichkeiten aus LuL sind um ca. 10 % gestiegen

 

Konzernbilanz – Aktiva

  • Das Sachanlagevermögen ist konstant geblieben
  • Das Goodwill ist um ca. 3 % gestiegen
  • Die Bilanzsumme ist um ca. 8 % gestiegen

 

Geldflussrechnung / Free Cash-Flow

  • Der operative Cashflow ist um ca. 23 % stark gefallen
  • Die Investitionen in Anlagevermögen ist um ca. 11 % gestiegen
  • Der Free Cashflow ist um ca. 88 % stark gefallen

 

Dividendenpolitik / Ausschüttungspolitik

Dividendenpolitik zielt auf kontinuierliche Ausschüttung ab. Die Aktionäre sollen regelmäßig am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Die langjährige Dividendenpolitik sieht eine regelmäßige Ausschüttungsquote von 10 % bis 25 % vom EBIT des Konzerns vor. Die Dividendenpolitik sieht grundsätzlich auch die Möglichkeit vor, die Aktionäre neben der regulären Ausschüttung in Form einer Sonderdividende oder eines Aktienrückkaufs an einer besonders positiven Entwicklung des Unternehmens teilhaben zu lassen. [1]

  • Die Dividende betrug im Geschäftsjahr 2018 – 0,8 €
  • Die Dividende verhält sich, je nach Geschäftslage, unregelmäßig
  • Das Pay-Out-Ratio beträgt ca. 17 %
  • Die Ausschüttungsquote beträgt ca. 9 %

 

Auswertung der Finanzkennzahlen

Finanzielle Stabilität

Das Ergebnis der finanziellen Stabilität zeigt deutliche Schwächen auf.

  • Die Eigenkapitalquote – 25 % – ist gering
  • Der dynamische Verschuldungsgrad ist hoch
  • Die Anlagenabdeckung I & II sind nicht gegeben

Ergebnis: 21 %

 

Unternehmensrendite – Ertrag und Rentabilität

Die Unternehmensrendite zeigt ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis. Die Rendite verschlechterte sich nach dem Geschäftsjahr 2017. Die gute Eigenkapitalrendite ist auf die niedrige Eigenkapitalquote zurückzuführen. Die EBIT-Marge, FCF-Marge zeigen ein schlechtes Ergebnis. Das ROI liegt mit 5 % unter dem Durchschnitt.

Hier die wichtigsten Finanzkennzahlen:

  • Eigenkapitalrendite – 26 %
  • Umsatzrendite – 6 %
  • EBIT-Marge – 8 %
  • Free Cash-Flow Marge – 1 %
  • ROCE – 12 %
  • ROI – 5 %

Ergebnis: 0 %

 

Working Capital Management

Das Capitla Management ist mangelhaft. Die Finanzkennzahlen Liquidität des 2. Und 3. Grades zeigen schlechte Ergebnisse.

Ergebnis: 0 %

 

Aktienkurs

Aufgrund der unterdurchschnittlichen finanziellen Stabilität, Unternehmensrendite und Capital Management ist die Lufthansa Aktie sehr günstig bewertet.

  • KBV: 0,74
  • KGV: 3,2
  • EV / EBIT: 3,6
  • EV / FCF: 34,3

Ergebnis: 7 %

in €

 

Investment-Scores von MEIN AKTIENMARKT

Performance-Score

Der Performance-Score liegt aufgrund der unterdurchschnittlichen Bilanz der Lufthansa Group bei 7 von 100 Punkten.

Ergebnis: 7 %

 

Unternehmens-Qualität-Score

Für MEIN AKTIENMARKT ist die Lufthansa Group kein Qualitätsunternehmen. Folgende Qualitätsmerkmale wurden nicht erreicht:

  • Eigenkapitalquote > 40 %
  • Umsatzwachstum > 7 %
  • Umsatzrendite > 15 %
  • ROI > 7 %
  • Free Cash Flow – Marge > 10 %
  • Finanzielle Stabilität > 65
  • Unternehmensrendite > 50
  • Working Capital Management > 70

Ergebnis: 37 %

 

Investmentsicherheit-Score

Politischer Einfluss auf das Unternehmen

Politischer Einfluss durch regulatorische Änderungen sind vorerst nicht zu erwarten.

Markstellung

Die Markstellung von Lufthanse ist mittelmäßig. Der Wettbewerb und Preisdruck sind hoch.

Technologieabhängigkeit

Um die wirtschaftlichen Kosten zu senken ist das Unternehmen auf neue Technologien angewiesen.

Kundenverhalten

Der Ruf der Lufthansa Group ist gut. Kunden legen Wert auf Sicherheit. Jedoch ist das Abwanderungspotential hoch, da der Wettbewerb einen hohen Preisdruck auf Lufthansa ausübt.

Segmentdiversifizierung

Der Konzernumsatz wird hauptsächlich mit Network Airlines und Eurowings generiert. Daher sollte Lufthansa höhere Umsätze in den anderen Segmenten bzw. Geschäftsfelder anstreben.

Ergebnis: 55 %

 

Chancen und Risiken

Chancen

Lufthansa erobert im internationalen Bereich mehr Marktanteile und kann dadurch den Umsatz steigern.

MEIN AKTIENMARKT: Eintrittswahrscheinlichkeit > 45 %

Risiken

Neue Wettbewerber rücken in den Markt, sodass sich Margen und Gewinne reduzieren. Der Preisdruck durch Wettbewerber ist zu hoch.

MEIN AKTIENMARKT: Eintrittswahrscheinlichkeit > 55 %

 

 

Fazit

Die fundamentale Aktienanalyse von Lufthansa hat gezeigt, dass sich das Unternehmen in vielen bilanziellen Bereichen und der Wirtschaftlichkeit verbessern kann und sollte.

Aufgrund des geringen Aktienpreises hält MEIN AKTIENMARKT folgendes Handeln an der Börse für sinnvoll:

Buy- & Hold-Anleger bzw. langfristige Investoren:

Aktie verkaufen

Trader, Spekulanten bzw. kurzfristige Anleger:        Aktie beobahten, evtl. kaufen

 

Quellen

  • Lufthansa Geschäftsbericht – Geschäftsjahr 2018 [1]
  • Lufthansa Geschäftsbericht – Geschäftsjahr 2017
  • Lufthansa Geschäftsbericht – Geschäftsjahr 2016
  • Lufthansa Geschäftsbericht – Geschäftsjahr 2015
  • Lufthansa Geschäftsbericht – Geschäftsjahr 2014
  • Lufthansa Geschäftsbericht – Geschäftsjahr 2013

 

 

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