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Bestimmungsfaktoren von Wechselkursen, Wechselkursregime, Zahlungsbilanz, Bilanzsumme, Ausländische Quellensteuer

Zahlungsbilanz

Vereinfacht ausgedrückt ist die Zahlungsbilanz nichts anderes als ein großes Konto, in dem die aus den Transaktionen zwischen In- und Ausland resultierenden Zahlungsströme zu betriebswirtschaftlichen Zwecken eingetragen werden.

Wirtschaftliche Transaktionen bedeuten entweder einen Zufluss oder einen Abfluss von Devisen sind. Transaktionsbeispiele:

  • Kauf von ausländischen Wertpapieren durch Inländer
  • Kauf von inländischen Wertpapieren durch Ausländer
  • Import von ausländischen Waren und Dienstleistungen
  • Export von inländischen Waren und Dienstleistungen
  • Erzielung von Einkommen durch Inländer im Ausland
  • Erzielung von Einkommen durch Ausländer im Inland
  • Übertragung (Schenkung) von inländischen Einkommen oder Vermögen an Ausländer
  • Übertragung von ausländischen Einkommen oder Vermögen an Inländer
Die Zahlungsbilanz gliedert sich in Teilbilanzen: Leistungsbilanz, Bilanz der Vermögensübertragungen, Kapitalbilanz und Devisenbilanz. Die Zahlungsbilanz von Deutschland war in der Vergangenheit zumeist durch Überschüsse, d. h. durch einen Netto-Zufluss von Devisen gekennzeichnet. Dieses ist auf den hohen hohen Überschuss aus dem deutschen Warenhandel mit dem Ausland zurückzuführen.

Teilbilanzen der Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz gliedert sich in vier Teilbilanzen, die wiederum selbst in weitere Teilbilanzen untergliedert sind.

  • Die aktive Seite der Zahlungsbilanz setzt sich aus Leistungsbilanz und der Bilanz der Vermögensübertragungen zusammen. In der Leistungsbilanz werden folgende Transaktionswerte verbucht:
    • Warenhandels, auch Handelsbilanz genannt: beinhaltet den Warenaustausch (Export/Import), die Lohnveredelung, bestimmte Reparaturen, die Lieferungen von Schiffs- und Flugzeugteilen.
    • Dienstleistungshandels (Dienstleistungsbilanz): Erfassung von z. B. Auslandsreiseverkehr, Transport- und Telekommunikationsleistungen, die Wertschöpfung der Versicherungen sowie der Transithandel erfasst.
    • grenzüberschreitenden Produktionsbeiträge / Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen: Arbeitseinkommen und Kapitalerträge, die Inländern aus dem Ausland zufließen bzw. Ausländer aus dem Inland beziehen
    • laufenden Übertragungen / Bilanz der laufenden Übertragungen: Heimatüberweisungen ausländischer Arbeitnehmer sowie Zahlungen an internationale Organisationen wie z. B. an die EU und die UNO

 

  • Die Bilanz der Vermögensübertragungen erfasst die angefallenen grenzüberschreitenden Vermögensübertragungen. Dieses sind einmalige Übertragungen im Gegensatz zu den laufenden.

 

  • Die passive Zahlungsbilanz setzt sich aus Kapitalbilanz und Devisenbilanz zusammen. Die Kapitalbilanz erfasst die finanziellen Kapitalbewegungen zwischen dem In- und Ausland (grenzüberschreitende Direktinvestitionen, Wertpapiertransaktionen, Kredite).

 

  • Die Devisenbilanz erfasst die Änderungen der jeweiligen Währungsreserven des Inlands.

Zahlungsbilanzdefizit | Zahlungsbilanzüberschuss

Umgangssprachlich wird häufig von einer unausgeglichenen Zahlungsbilanz oder auch von einem Zahlungsbilanz-Ungleichgewicht gesprochen. In diesem Fall ist i.d.R. die Devisenbilanz gemeint.

  • Bei einem Zahlungsbilanzüberschuss liegt ein positiver Devisenbilanzsaldo vor. Demnach sind die Währungsreserven des Inlands im Betrachtungszeitraum insgesamt angewachsen.
  • Von einem Zahlungsbilanzdefizit spricht man im Fall eines negativen Devisenbilanzsaldos, wenn sich die Währungsreserven insgesamt verringert haben.

Beispiel | Zahlungsbilanz von Deutschland

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