Warum ist der Kapitalismus gut?

Kapitalismus | Marktwirtschaft

In den westlichen Industriestaaten funktionieren die Wirtschaftssysteme nach kapitalistischen Grundsätzen. Umgangssprachlich wird von kapitalistischen Ländern gesprochen. Einige befürworten lieber den neutraleren Begriff Marktwirtschaft, da der Begriff Kapitalismus teilweise in Misskredit geraten ist. Unter Ökonomen bzw. in der Finanzindustrie ist der Begriff Kapitalismus weiter üblich.

Zentrale Merkmale des Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft sind das Privateigentum an den Produktionsmitteln und eine dezentrale Wirtschaftsplanung. Die Marktwirtschaft ist die Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt.

Die Idee hinter dieser Wirtschaftsordnung ist auch, dass jedem Einzelnen die volle Selbstverantwortung und wirtschaftliche Entscheidungs- und Handlungsfreiheit gewährt wird. Somit bringt dieses System ein hohes Maß an Freiheit mit sich.

Wie beschrieben, zeigen die heutigen Industrieländer kapitalistischen Grundsätze. Die Wirtschaftssysteme der Länder werden laufend den Wirtschafts- und Gesellschaftsbedingungen reformiert und angepasst. Durch Regulierungen versucht der Staat den Lebensstandard der Menschen zu verbessern und den Markt “wettbewerbsfairer und sozialer” zu gestalten. Diese Wirtschaftsform nennt man soziale Marktwirtschaft.

Darüber hinaus sorgen Gewerkschaften für eine starke Vertretung der Interessen der Beschäftigen gegenüber den Arbeitgebern und haben damit großen Einfluss auf den sozialen, wirtschaftlichen und technischen Fortschritt der Gesellschaft. Mit dem Vergleich der Wohlstandsverhältnisse aller Bevölkerungsschichten wird deutlich, dass mit der sozialen Marktwirtschaft der Wohlstand, gegenüber der Vergangenheit, deutlich gesteigert werden konnte. Weiter hat die soziale Marktwirtschaft zu einem hohen Maß an sozialer Sicherheit geführt.

In der Regel sind die staatlichen Eingriffe, je nach Art und Umfang, auch sehr umstritten. Ein Begriff der immer wieder verwendet wird ist “Wohlfahrtsstaat”. Politischen Maßnahmen, die auf eine Umverteilung von Gütern oder Leistungen gerichtet sind, werden mit Steuern finanziert. Diese haben aus staatlicher Sicht das Ziel der Bevölkerung mit einem geringeren Einkommen zugutezukommen (Redistributive Politik). Dieses ist einer der Gründe warum Deutschland ein Höchststeuerland ist. Siehe Statista.

Warum ist der Kapitalismus gut und zielführend?

Vorteile

  • Freiheitsorientiertes System: Jeder strebt für sich nach Gewinn bzw. nach der Erfüllung seiner Ziele.
    • Jeder kann sich in Bezug auf seine Berufswahl frei entfalten.
    • Jeder hat die Möglichkeit Selbstständig zu sein.
    • Jeder darf konsumieren was, wo, wie er es möchte.
  • Es wird nach Leistung bezahlt. Dadurch entsteht Wettbewerb.
    • Der Wettbewerb fordert Fleiß. Um erfolgreich zu sein muss man seine Ziele definieren, sich weiterbilden und arbeiten.
    • Der Wettbewerb fordert niedrige Produktionskosten und eine hohe Effizienz und
    • führt zur Wohlstandsverbesserung für den Konsumenten.
    • Der Wettbewerb fordert zudem Produkte und Dienstleistungen, die einen Nutzen haben. Nutzen ist individuell und bestimmt jeder für sich.
    • Der Preis ermittelt sich aus Angebot und Nachfrage.
  • Neuentwicklungen, Innovationen und Kostensenkung sind elementar um konkurrenzfähig zu bleiben.
    • Jeder darf Innovationen mit Investitionen vorantreiben und unterstützen.
    • Innovationen dienen häufig dem Allgemeinwohl, da sie einen Nutzen haben. Beispiel: Verbesserung der Technologien im Bereich ‘grüne Energie / ”Klimaschutz’.

 

 

Was ist verbesserungsfähig?

Nachteile

  • Die Startbedingungen und auch die Wettbewerbsvorteile können ungerecht sein. Unterschiedliche Vermögen und auch Startbedingungen wird es jedoch in jedem Wirtschaftssystem geben. Dieses wird beispielsweise durch folgende Eigenschaften des Menschen beeinflusst
    • Fleiß
    • Intelligenz
    • Motivation
    • körperliche Verfassung
    • DNA
    • Erziehung
    • Umfeld
    • Bildung
    • Neugierde
  • Die Unterschiede im Einkommen können erheblich sein. Dabei muss beachtet werden, dass jeder selbst entscheidet, welchen Berufsweg er einschlagen möchte. Jeder Beruf bringt Vor- und Nachteile mit sich. Jeder Beruf verlangt andere mentale, geistige oder körperliche Voraussetzungen. Jeder Beruf bringt ein Maß an Verantwortlichkeit oder unternehmerisches Risiko mit sich.
  • Löhne werden nach Angebot und Nachfrage bestimmt.
  • Konjunkturschwankungen.

 

 

Kritische Äußerungen / Neiddebatte

  • Häufig wird von der Schere zwischen Arm und Reich berichtet. Macht dieser Vergleich Sinn? Meine Meinung: Nein! Besser wäre es den Lebensstandard der ärmsten zu verbessern. Es wird immer Menschen geben, denen es besser geht bzw. wohlhabender sind. Dieses kann historische Gründe (Erbe, Fleiß der Vorfahren) haben, ist jedoch auch auf den eigenen Fleiß, DNA oder Intelligenz zurückzuführen. Von daher wird es immer Unterschiede geben. Der Vergleich ist nicht zielführend und ähnelt einer Neiddebatte!
  • Deutschland ist ein Höchststeuerland. Laut dem Bund der Steuerzahler müssen Bundesbürger bis zum 19. Juli ausschließlich für den Staat arbeiten. Bis Mitte Juli arbeitet man in Deutschland für den Staat. Diese finanziellen Mittel müssen nur sinngemäß und effektiv, z.B. in Bildung (und auch die finanzielle Bildung) investiert werden. Von daher muss man den ‘Vermögenden’ nichts wegnehmen.
  • Wenn man heute den Vermögenden alles Geld wegnehmen und auf alle gleichmäßig verteilen würde, gäbe es morgen schon wieder Arme und Reiche, da die wenigsten Menschen mit Geld umgehen können bzw. auch nicht möchten. Da die Finanzbildung fehlt, fehlt auch häufig der persönliche Anreiz, Geld beiseite zu legen.
  • Es ist deutlich, dass es nicht die Schuld des Kapitalismus ist, dass es ärmere und wohlhabendere Menschen gibt.
  • Häufig ist es einfacher die Verantwortung abzugeben. Dabei ist jeder für sich selbst Verantwortlich! Viele fordern Geld und eine Umverteilung ohne dafür etwas tun zu wollen.
  • Der Kapitalismus ist frei und jeder kann selbst bestimmen wie er sich verwirklichen möchten. Wobei man festhalten muss, das wir nicht im reinen Kapitalismus leben. Es ist ein Mischverhältnis aus Marktwirtschaftliche-Elemente und Staatswirtschaftliche-Elemente.
  • Mehrere Armutsforschungen zeigen, dass es den ärmsten Bevölkerungsschichten durch die Kapitalistischen-Elemente und dessen Effizient und effizientere Verwendung von Ressourcen, besser geht.
  • Ich finde es äußerst undemokratisch / unsozial, wenn man sich hinstellt und eine faire Vermögens-Aufteilung erwartet, ohne dafür zu arbeiten. Wieso denken diese Personen, dass sie mehr Rechte auf mehr Eigentum bzw. Geld haben? Zudem fehlt bei Leuten (und auch vielen Politikern), die das System kritisieren, häufig konkrete Verbesserungsvorschläge bzw. die Vorschläge, die sie machen, sind häufig nicht zu Ende gedacht.
Kapitalismus, soziale Marktwirtschaft