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Geldpolitische Strategien, Monetäre Transmissionsmechanismus, Ziele der Geldpolitik, Geldschöpfung
  • Unter einer geldpolitischen Strategie, versteht man das längerfristig gültige Verfahren, nach dem über den Instrumenteneinsatz zur Verfolgung der Ziele entschieden wird. Die Endziele der Geldpolitik sind dabei in Form gesetzlicher Vorschriften vorgegeben.
  • Die Strategie beschreibt das Rahmenwerk für geldpolitische Entscheidungen.
  • Das Rahmenwerk definiert, welche Zielsetzungen die Geldpolitik verfolgt, welche Instrumente zur Verfügung stehen und welche Indikatoren die Grundlage für geldpolitische Entscheidungen bilden.
  • Die Grundlage der geldpolitischen Beschlüsse, einschließlich der Prüfung der Verhältnismäßigkeit und Nebenwirkungen der Beschlüsse, ist eine umfassende Bewertung aller relevanter Faktoren.
  • Es gibt zwei elementare Aufgaben die eine geldpolitische Strategie erfüllen sollte. Einerseits sollte sie bindende Rahmen und somit klare Strukturen bieten, und andererseits sollte sie zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und den Märkten verbessern.

 

 

Hauptziel Preisstabilität

  • Die unterzeichnenden Mitgliedstaaten sind überzeugt, dass eine Geldpolitik zum Schutz der Währung die beste Möglichkeit ist, um eine wirtschaftliche Verbesserung und eine Anhebung des Lebensstandards zu ermöglichen.
  • Der Vertrag von Maastricht sieht vor, dass das Eurosystem ungeachtet des Ziels der Preisstabilität die allgemeine Wirtschaftspolitik mit Blick auf die Ziele Wachstum, Beschäftigung und wirtschaftlicher, sozialer Zusammenhalt und Umweltqualität stützen muss.

 

Definition von Preisstabilität

  • Diese Definition wurde Anfang Juli 2021 in diesem Sinne beim Abschluss der Bewertung der geldpolitischen Strategie des Eurosystems angepasst.
  • Das Preisstabilitätsziel ist der „jährlicher Anstieg des HVPI von mittelfristig weniger als, aber nahe 2 %“ definiert.
  • Eine zunehmende Inflation oder Deflation ist schädlich für die Preisstabilität.
  • Die negativen und positiven Abweichungen von diesem Ziel werden als ebenso unerwünscht angesehen.
  • HVPI ist Der harmonisierte Verbraucherpreisindex für die Länder der europäischen Währungsunion und dient der Europäischen Zentralbank (EZB) als zentraler Indikator zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Preisstabilität innerhalb der Eurozone.
  • Das Eurosystem soll nicht auf festgestellte Änderungen des Verbraucherpreisindex reagieren, sondern vorhersehbaren Entwicklungen vorgreifen, die die künftige Preisstabilität gefährden können. Das Vorgehen der EZB basiert auf einer ausführlichen Analysen
    • wirtschaftliche Analyse
    • monetäre Analayse und finanzielle Analyse.
  • Weil makrofinanzielle Verflechtungen in den wirtschaftlichen, monetären und finanziellen Entwicklungen eine elementare Rolle spielen, muss der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen den Analysen in vollem Umfang Rechnung getragen werden.

 

Wirtschaftliche Analyse

  • Der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Analyse liegt auf den realen und nominalen wirtschaftlichen Entwicklungen.
  • Im Mittelpunkt stehen die Entwicklungsanalyse von Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Inflation.
  • Der Schwerpunkt liegt auf der regelmäßigen Analyse struktureller Tendenzen und deren Konsequenzen auf Inflation, Produktionspotenzial und Gleichgewichtsrealzins.
  • Auswertungen der EZB-Umfragen zu den Erwartungen, wie z.B. zu den Verbrauchererwartungen.

 

Monetäre Analyse und finanzielle Analyse

  • Die monetäre und finanzielle Analyse hingegen befasst sich mit monetären und finanziellen Indikatoren.
  • Das Fokus liegt dabei auf dem Funktionieren des geldpolitischen Transmissionsmechanismus und möglichen Risiken für die mittelfristige Preisstabilität, die sich aus finanziellen Ungleichgewichten und monetären Faktoren ergeben könnten.

 

 

Time Lag

  • Die Auswirkungen der geldpolitischen Maßnahmen treten mit einer zeitlichen Verzögerung ein und sind meist schwer abschätzbar.
  • Die zeitliche Verzögerung der Maßnahmen wird als Time Lag bezeichnet. Diese können in drei verschiedene Formen auftreten: Outside Lag, Intermediate Lag oder Inside Lag.
  • Inside Lag ist die Verzögerung von Kenntnis der Situation bis zum Einsatz der geldpolitischen Instrumente.
  • Intermediate Lag ist die Verzögerung vom Einsatz der geldpolitischen Instrukente bis zum Eintreten spürbarer Wirkungen auf die Lage im Geschäftsbankenbereich.
  • Outside Lag ist die Verzögerung vom Eintreten spürbarer Wirkungen auf die Lage im Geschäftsbankenbereich bis zur Auswirkung auf die gesamtwirtschaftlichen Zielvariablen.

 

 

EZB und die neue geldpolitische Strategie

  • Die­ses Ziel ist sym­me­trisch – ne­ga­ti­ve Ab­wei­chun­gen von die­sem Ziel­wert sind eben­so un­er­wünscht wie po­si­ti­ve Abweichungen.
  • Die Leit­zin­sen bleiben das be­deu­tends­te geld­po­li­ti­sche In­stru­ment der EZB
  • Wei­te­re In­stru­men­te, wie die For­ward Gui­dance, An­käu­fe von Ver­mö­gens­wer­ten und län­ger­fris­ti­ge Re­fi­nan­zie­rungs­ge­schäf­te blei­ben ebenso fes­ter Be­stand­teil des In­stru­men­ta­ri­ums der EZB.
  • Auch zukünftig soll der harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI eine geeignete Messgröße zu sein, um zu bewerten, ob das Preisstabilitätsziel erfüllt ist.
  • Die nächste Betrachtung der geldpolitischen Ziele soll 2025 stattfinden.
Weitere Informatione zu geldpolitische Strategien finden Sie natürlich mit Google.

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